Soja
Sojabohne (Glycine max)

Die Soja-Problematik

Soja verdrängt Urwälder

Die Sojabohne stellt eine große Gefahr für die Urwälder Südamerikas dar. Seit den 70er Jahren hat ein wahrer "Soja-Boom" eingesetzt, der in nur wenigen Jahrzehnten fast den gesamten Atlantischen Regenwald sowie große Teile der Cerrado-Savanne verschwinden ließ. Inzwischen dringen die Soja-Anbaugebiete immer tiefer in das Amazonasgebiet vor, obwohl die Regenwaldböden nicht geeignet für den Soja-Anbau sind.

Warum Soja?

Direkt hat man wenig mit Soja zu tun, doch als Futtermittel wird es vor allem in den Industrieländern in großen Mengen in der Tierzucht eingesetzt. So landet die Soja in Form von Fleisch, Eiern, Milch, Käse und anderen Milchprodukten indirekt auf unserem Teller.
Sojaschrot ist ein proteinreiches und vor allem billiges Futtermittel. Es sorgt dafür, dass wir Fleisch, Eier und Milchprodukte im Überfluss und zu Dumpingpreisen zur Verfügung haben.

Folgen des Soja-Anbaus

  • Für den Soja-Anbau wurden und werden Urwälder abgeholzt und es entstehen riesige Monokulturen mit all ihren negativen Auswirkungen für die Umwelt.
  • Der Soja-Anbau ist hauptsächlich in der Hand von Großgrundbesitzern und internationalen Unternehmen. Durch den Einsatz moderner Landmaschinen werden kaum Arbeitsplätze geschaffen. Zudem werden Ländereien enteignet, die Anwohner eingeschüchtert und vertrieben. So verdrängt er die traditionelle kleinbäuerliche Landwirtschaft und trägt zu Verarmung und Landflucht bei.
  • Soja für den Export als Tierfutter bringt den Erzeugern mehr Geld ein, als Nahrungsmittel für den lokalen Markt anzubauen. In einigen Produktionsländern, wie z.B. in Argentinien, hat u.a. der Soja-Anbau bereits zu deutlichen Preissteigerungen der Nahrungsmittel geführt.
  • Inzwischen wird hauptsächlich genmanipulierte Soja angebaut. Es handelt sich dabei um eine herbizidresistente Sorte ("Roundup-Ready-Soja"), d.h. es kann ein Herbizid ("Roundup") ausgebracht werden, das alle Unkräuter vernichtet. Die Soja hingegen wurde gentechnisch so manipuliert, dass sie den Herbizideinsatz übersteht. Weder die Gefahren des verwendeten Herbizides, noch der Gentechnik allgemein sind bisher abschätzbar.
  • Auch in Europa sind wir von der Gentechnik betroffen: die Proteine der genveränderten Soja sind in Fleisch und Milchprodukten enthalten - ohne dass es gekennzeichnet werden muss.

Fotogalerie: vom Urwald zum Sojafeld

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Urwald

Urwald

Brandrodung

Brandrodung

verbrannter Urwald

verbrannter …

Herbizideinsatz im Gen-Soja-Anbau

Herbizideinsatz …

Was kann ich tun?

Sojaschrot ist in der Tierzüchtung bereits so verbreitet, dass es gar nicht einfach ist, "sojafreie" Fleisch- und Milchprodukte zu bekommen. Bei Bioprodukten ist die Wahrscheinlichkeit schon mal relativ gering, dass zur Erzeugung Soja eingesetzt wurde, genveränderte Soja ist ganz ausgeschlossen. Je nach Verband muss ein bestimmter Mindestanteil selbst angebautes Futter verwendet werden. In dieser Hinsicht ist es auf jeden Fall empfehlenswert, den Konsum von Fleisch- und Milchprodukten einzuschränken und statt Quantität lieber auf Bio-Qualität zu setzen.

Links

Pro Cosara, Hohenau II, Itapua, Paraguay
Tel./Fax: +595 768 295046, E-mail: